Erstberatung sichernTelefonisch oder per Video0 €
DeutschDE EnglishEN РусскийRU

Beratung in 3 Sprachen

Kostenlose Erstberatung

Termin mit Verkehrspsychologen sichern

0 €UnverbindlichTelefon oder Video

Termin auswählen

Kostenlose MPU-Hotline

0800 217 7217

Mo–Fr · 9–19 Uhr

Jetzt anrufen Per WhatsApp schreiben
DeutschDE EnglishEN РусскийRU

Beratung in 3 Sprachen

Unfallrisiko durch Cannabis – Wie gefährlich ist Kiffen am Steuer wirklich?

3 Min. Lesezeit
Von Dipl.-Psych. Gunnar Hoyer Verkehrspsychologe, ehemals MPU-Gutachter beim TÜV Hessen
Expertenmeinung einholen
Unfallrisiko durch Cannabis

Mit der Legalisierung von Cannabis in Deutschland ist eine Frage drängender denn je: Wie gefährlich ist Autofahren nach dem Kiffen wirklich? Viele unterschätzen die Auswirkungen von THC auf die Fahrtüchtigkeit – dabei zeigen Studien eindeutig: Das Unfallrisiko durch Cannabis ist real, messbar und unterschätzt.

Cannabis am Steuer – was viele nicht wissen

Cannabis gilt oft als „harmlosere Droge“. Doch wer sich nach dem Konsum hinters Steuer setzt, bringt sich und andere in ernsthafte Gefahr. Der Wirkstoff THC (Tetrahydrocannabinol) beeinflusst zentrale Hirnfunktionen – auch dann noch, wenn man sich gar nicht mehr „high“ fühlt.

 Typische Folgen sind:

  • Verzögerte Reaktionen

  • Verminderte Konzentration

  • Schlechtere Gefahreneinschätzung

  • Leichtsinn oder falsches Sicherheitsgefühl

Schon eine kleine Unachtsamkeit im Straßenverkehr kann schwere Folgen haben – und genau hier liegt das Problem: THC beeinflusst unsere Wahrnehmung schleichend, nicht plötzlich. Das macht das Unfallrisiko bei Cannabis besonders tückisch.

Wie THC die Fahrtüchtigkeit verändert

FähigkeitNüchternUnter THC (3,5 ng/ml)
Reaktionsgeschwindigkeit100 %75 %
Aufmerksamkeit100 %70 %
Gefahrenwahrnehmung100 %68 %
Spurtreue100 %80 %
Quelle: Bundesanstalt für Straßenwesen, 2024

Unfallrisiko durch Cannabis: Fakten, die aufrütteln

Aktuelle verkehrspsychologische Studien zeigen:
Das Unfallrisiko unter Cannabiseinfluss ist etwa doppelt so hoch wie im nüchternen Zustand. Besonders kritisch wird es, wenn zusätzlich Alkohol im Spiel ist – dann steigt das Risiko auf das bis zu 10-Fache.

Wer ist besonders gefährdet?

  • Junge Fahrer:innen zwischen 18 und 25 Jahren

  • Personen mit regelmäßigem Cannabiskonsum

  • Menschen, die Konsum und Fahren nicht klar trennen

Gerade junge Menschen unterschätzen oft die Nachwirkungen: Obwohl das „High“ längst vorbei scheint, bleibt Rest-THC noch stunden- oder sogar tagelang im Blut nachweisbar – und beeinflusst weiter die Reaktionsfähigkeit.

Neuer THC-Grenzwert in Deutschland: Was ist erlaubt?

Seit März 2024 gilt in Deutschland ein neuer, klar definierter THC-Grenzwert für Autofahrer:innen:

 

3,5 Nanogramm THC pro Milliliter Blutserum

Wer diesen Wert überschreitet, riskiert:

Für Fahranfänger:innen und Menschen unter 21 Jahren gilt weiterhin: Null Toleranz.

Selbsttest? Täuschend gefährlich!

Viele Konsument:innen glauben, sie könnten selbst einschätzen, ob sie noch fahrtüchtig sind. Doch wissenschaftliche Untersuchungen, etwa von der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA), zeigen: Die Selbstwahrnehmung unter THC ist stark verzerrt.

 

Man fühlt sich fit, obwohl Konzentration, Aufmerksamkeit und Reaktionszeit deutlich beeinträchtigt sind.


Das kann bei 50 km/h oder auf der Autobahn tödlich enden.

So schützen Sie sich (und andere)

Wenn Sie Cannabis konsumieren – ganz gleich, ob privat oder medizinisch – beachte folgende Regeln:

 

  • Mindestens 24 Stunden nach dem Konsum kein Fahrzeug führen/bei regelmäßigem Konsum oder sehr hochpotenten Drogen muss deutlich länger gewartet werden. Genaue Angaben können hier nicht gemacht werden. 

  • Nie in Kombination mit Alkohol oder Medikamenten oder anderen Drogen fahren

  • Regelmäßige Konsumenten sollten ihr Konsumverhalten mit psychologischer Hilfe reflektieren

  • Im Zweifel lieber stehen lassen – das kann Leben retten

Fazit: Das Risiko ist real – auch wenn man’s nicht spürt

Das Unfallrisiko durch Cannabis wird oft verharmlost – dabei sprechen die Zahlen eine klare Sprache. Wer bekifft fährt, fährt wie mit „Schlafmodus im Kopf“. Und das kann im Straßenverkehr fatale Folgen haben.

Informiere Sie sich, treffen Sie bewusste Entscheidungen – und schützen Sie sich und andere.

Holen Sie sich Unterstützung: Jetzt zur MPU-Vorbereitung starten!

Wenn Sie bereits mit Cannabis im Straßenverkehr auffällig geworden sind oder eine MPU bevorsteht, bieten wir Ihnen professionelle Hilfe:

Weitere Beiträge

Kostenlose MPU-Erstberatung sichern

Kostenlos · Persönlich · Telefonisch oder per Video