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  Ablauf einer MPU

In diesem Modul werden Sie mit dem Ablauf einer MPU und den drei Untersuchungsteilen der medizinisch-psychologischen Untersuchung vertraut gemacht.

Die MPU besteht aus drei Teilen (Medizinischer, psychologischer und testpsychologischer Teil).


Skript zum nachlesen:

Ziel des Moduls:

Sie sollen in diesem Modul mit dem Ablauf und den drei Untersuchungsteilen der medizinisch-psychologischen Untersuchung vertraut gemacht werden. Sie sollen eine genaue Vorstellung davon bekommen, was Sie am Untersuchungstag erwarten wird. Am Ende des Online-Vorbereitungskurses sollen Sie dann mit mehr Selbstsicherheit durch die MPU gehen können. Wenn Sie selbstsicherer auftreten, und wissen was auf Sie zukommt, fällt es Ihnen bestimmt leichter, sich auf die medizinisch-psychologische Untersuchung mit weniger Unsicherheiten und Vorbehalten einzulassen.

Wie bereits erwähnt, besteht die MPU aus drei Bausteinen. Es gibt die Leistungstests, es gibt den psychologischen Teil, also das psychologische Untersuchungsgespräch sowie den medizinischen Teil. Die Reihenfolge am Untersuchungstag ist jedoch nicht vorgegeben und variiert immer. Manchmal wird mit den Leistungstests begonnen, manchmal mit dem psychologischen Untersuchungsgespräch und manchmal mit dem medizinischen Teil. Das hängt immer von der Organisation des einzelnen Instituts ab.

Die Leistungstests

Mithilfe der Leistungstests soll überprüft werden, ob Ihre körperlich-geistige Leistungsfähigkeit zum Führen von Kraftfahrzeugen ausreicht. Die Fähigkeiten Orientierung und Konzentration, Reaktionsgeschwindigkeit, Belastbarkeit sowie Aufmerksamkeit sollen überprüft werden.

Ausreichende Leistungsbefunde in den Leistungstests sind ebenso notwendig wie unauffällige medizinische Befunde sowie eine günstige psychologische Prognose. Nun stellen Sie sich sicherlich die berechtigte Frage, ob Sie die computergestützten Testverfahren im Vorfeld üben können. Die Frage lässt sich sehr leicht und kurz beantworten: Sie können die Testverfahren nicht ohne weiteres üben, da Ihnen die Testbatterien, die Soft- und Hardware nicht zur Verfügung steht.

Wenn Sie jedoch vertraut im Umgang mit Computern sind, sollten die psychologischen Leistungstests keine allzu große Herausforderung darstellen. Sie sollten dennoch unbedingt darauf achten, dass Sie ausgeschlafen zur MPU gehen. Müdigkeit und Niedergeschlagenheit können die Leistungstests negativ beeinflussen. Wie bereits vorher erwähnt, sollten Sie unbedingt so lange nachfragen, bis Sie den Ablauf der Leistungstests und die Instruktionen zu 100% verstanden haben. In der Regel ist dieser Teil der MPU, der Teil, der am wenigsten Schwierigkeiten bereitet.

Wenn die Leistungsbefunde dennoch nicht ausreichend sind, kann das negative Leistungsergebnis durch eine Fahrverhaltensbeobachtung kompensiert werden.

Es würde dann ein Termin mit einem Fahrlehrer und einem Gutachter vereinbart werden und Sie hätten die Möglichkeit zu zeigen, dass Ihre Konzentrations- und Wahrnehmungsfähigkeiten, sowie Ihre Reaktionsgeschwindigkeit für den Straßenverkehr ausreichend sind. In begründeten Fällen kann auch nachgetestet werden (z.B. wenn Sie die Testinstruktionen nicht verstanden haben). Wenn Sie etwas nicht verstanden haben, den Testleiter und/oder den psychologischen Gutachter darauf aufmerksam machen.

Der psychologische Gutachter wird die Leistungsergebnisse mit Ihnen besprechen. Wenn er dies vergessen sollte, sollten Sie ihn darauf aufmerksam machen.

Psychologischer Teil:

Der psychologische Teil ist wohl der Baustein der MPU, der mit den meisten Vorbehalten und Unsicherheiten, vielleicht sogar Ängsten, in Angriff genommen wird. Es hält sich das Vorurteil, dass die psychologischen Gutachter oft willkürlich beurteilen. Eine gewisse Subjektivität ist immer dabei, wenn Menschen aufeinandertreffen. Jedoch sei ausdrücklich darauf hingewiesen, dass die psychologischen Gutachter angehalten sind, sich genau an den Beurteilungskriterien der Bundesanstalt für Straßenwesen zu orientieren.

Es finden regelmäßige externe Qualitätsaudits statt, um die Qualität, Objektivität und die Fairness für die Kunden, also Sie, sicherzustellen. Falls Sie derartige Vorurteile hatten, konnten wir diese hoffentlich etwas abmildern, damit Sie mit einem „guten“ Gefühl zur MPU gehen können. Im psychologischen Untersuchungsgespräch geht es darum, dass Sie dem Gutachter zeigen, dass Sie sich mit der zugrundeliegenden Problematik kritisch auseinandergesetzt haben und intensiv reflektiert haben.

Es geht des Weiteren darum, zu zeigen, dass Sie aus Ihren Fehlern gelernt haben und die entsprechenden Konsequenzen gezogen haben. Also eine Problemeinsicht entwickelt haben. Mögliche Maßnahmen, die Sie auf der Grundlage einer Problemeinsicht einleiten können sind:

Wenn Sie dem Gutachter bspw. darlegen, dass Sie nun offen mit Ihren Problemen umgehen können, sollten Sie in auch der Lage sein Beispiele zu benennen, um die positiven Veränderungen zu konkretisieren. Es muss im Untersuchungsgespräch deutlich werden, dass sich Ihre neuen Bewältigungsstrategien im Alltag bewährt haben.

Wenn Sie dem psychologischen Gutachter nachvollziehbar darlegen können, dass Sie sich kritisch mit ihrer Trunkenheitsfahrt auseinandergesetzt haben und auf der Grundlage einer Problemeinsicht angemessene Maßnahmen eingeleitet und umgesetzt haben, werden Sie sehr gute Chancen haben, eine positives Gutachtenergebnis zu erzielen. Wir werden Sie in den folgenden Modulen noch gezielt auf das psychologische Untersuchungsgespräch vorbereiten und mit Ihnen gemeinsam an individuellen Maßnahmen arbeiten.

Medizinischer Teil:

Im medizinischen Teil der MPU erfolgt eine allgemeine körperliche Untersuchung, bei der die körperlichen Voraussetzungen für die Verkehrsteilnahme überprüft werden. Die Schwerpunkte der ärztlichen Untersuchung richten sich nach dem Anlass der Begutachtung. Ist Alkohol am Steuer der Anlass für die MPU, so wird bei der ärztlichen Untersuchung Blut abgenommen, um u.a. die Leberwerte zu überprüfen.

Es wird des Weiteren geschaut, ob Sie irgendwelche Erkrankungen haben, die ihre Fahrtüchtigkeit beeinträchtigen könnten. Sie werden auch noch einmal zu ihrem Alkoholkonsum befragt. Die Trinkangaben müssen mit denen aus dem psychologischen Untersuchungsgespräch übereinstimmen, ansonsten wird Ihre Glaubhaftigkeit angezweifelt. Leichte Differenzen stellen kein Problem dar. Die folgenden Fragen können Sie schon einmal eigenständig im Kopf durchgehen: Wieso trinken Sie bzw. wieso haben Sie getrunken? Welche Konsequenzen haben Sie für sich selbst aus Ihrem damaligen Trinkverhalten gezogen?


Ablauf einer Medizinisch-Psychologischen-Untersuchung.pdf