Vorheriges Modul Beenden und weiter  

  Wie bestehe ich die MPU? - Was Sie bei Ihrer MPU unbedingt berücksichtigen sollten.

Im dritten Modul werden Erfolgsfaktoren besprochen, die Sie berücksichtigen sollten, um sich ein positives MPU-Ergebnis zu erzielen.


Das gesamte Skript zum nachlesen:

Folie 1

Allgemeine Erfolgsfaktoren

Folie 2

In diesem dritten Modul werden wir nun allgemeine Erfolgsfaktoren besprechen, die Sie berücksichtigen sollten, um ein positives Gesamtergebnis zu erzielen. Die MPU setzt sich aus einem medizinischen Teil, einem testpsychologischen Teil sowie einem psychologischen Teil zusammen. In jedem Untersuchungsabschnitt sollten bestimmte Erfolgsfaktoren berücksichtigt werden, die wir nun, aber auch in späteren Modulen detailliert erörtern werden.

Folie 3

Erfolgsfaktoren: Psychologisches Untersuchungsgespräch

Neben einer intensiven und kritischen Reflexion und Aufarbeitung des aktenkundigen Delikts bzw. der Delikte des eigenen Trinkverhaltens, der eigenen Trinkmotive und problematischer Einstellungs- und Verhaltensweisen sind zunächst einmal allgemeine Faktoren wichtig.

Folie 4

Besonders wichtig für eine positive MPU ist eine offene, ehrliche, transparente und für den Gutachter nachvollziehbare Darstellung aller relevanten Fakten. Auf die Glaubhaftigkeit werden wir später zurückkommen, weil sie der Schlüssel zum Erfolg ist.

Folie 5

Beschönigungen und/oder Bagatellisierungen bitte immer vermeiden! Ansonsten werden Sie Gefahr laufen, sich zu verstricken. Das wird der Gutachter bemerken und er wird Ihnen sehr kritische Fragen stellen, durch welche Sie möglicherweise weiter verunsichert werden. Ihre Chancen auf eine positives Gutachtenergebnis sinken erheblich und werden gegen Null gehen, sobald der Gutachter erhebliche Beschönigungen und/oder Bagatellisierungen feststellt bzw. vermutet. Bitte berücksichtigen Sie, dass die Gutachter viel Erfahrung mit Bagatellisierungen bzw. Beschönigungen haben und dafür ausgebildet sind, diese festzustellen. Die Gutachter sind Ihnen gegenüber in der Regel wohlgesonnen (da sie Kunde sind) – aber nur solange Sie offen, ehrlich und sehr transparent berichten.

Folie 6

Während des gesamten Untersuchungsgesprächs sollten Sie immer im Hinterkopf haben, dass der Gutachter auf der Grundlage Ihrer Angaben zu einem positiven oder negativen Ergebnis kommen wird. Über die folgenden Themen bitte immer offen, plausibel und nachvollziehbar berichten. Lassen Sie sich nicht zu Beschönigungen verleiten. Die Darstellung der Trunkenheitsfahrt bzw. der Trunkenheitsfahrten, die Darstellung Ihrer Trinkgewohnheiten, die Darstellung ihrer Trinkmotive, die Darstellung Ihrer geplanten Einstellungs- und Verhaltensänderungen sowie die Darstellung der Umsetzung Ihrer Verhaltensänderungen und der Schwierigkeiten bei der Umsetzung muss immer transparent, offen und nachvollziehbar sein.

Folie 7

Die wohl schwerste Hürde der MPU ist das psychologische Untersuchungsgespräch, da Sie persönliche Dinge im Untersuchungsgespräch preisgeben und möglicherweise über Themen sprechen müssen, die Ihnen unangenehm sind. Die besondere Herausforderung wird es daher sein, in kürzester Zeit Vertrauen zum Gutachter aufzubauen, um sich öffnen zu können.

Folie 8

Wenn Ihnen bestimmte Themen unangenehm sind (z.B. Ehekonflikte oder auch andere schambesetzte Themen), versuchen Sie im Untersuchungsgespräch diese Themen trotzdem anzusprechen, anstatt sich drum herum zu winden, was wieder dazu führen könnte, dass Ihnen nicht vollumfänglich geglaubt wird. In der Regel zeigen die Gutachter Verständnis und sie werden Sie dabei unterstützen, sich zu öffnen und nachvollziehbar berichten zu können. Außerdem wird durch Ihre Offenheit an dieser Stelle Ihre Glaubhaftigkeit untermauert, was sich sehr positiv auf das Gesamtergebnis auswirken wird. Meistens löst sich die anfängliche Hemmung dann im weiteren Gesprächsverlauf auch auf und Ihnen fällt es dann zusehends leichter, offen und nachvollziehbar von schwierigen und belastenden Themen zu berichten.

Folie 9

Erfolgsfaktoren: Medizinische Untersuchung

Im medizinischen Teil haben Sie geringere Einflussmöglichkeiten. Ihre Gesundheit und gegebenenfalls vorliegende Erkrankungen können Sie nur bedingt beeinflussen. Auch im medizinischen Untersuchungsgespräch sollten Sie stets bemüht sein, offen und transparent von Ihren Erkrankungen und Ihrem Alkoholkonsum zu berichten. Wenn Sie sich für einen kontrollierten Alkoholkonsum oder einen Alkoholverzicht entschieden haben, sollten Sie diesen auch unbedingt zu einhundert Prozent eingehalten haben. Zum kontrollierten Alkoholkonsum gibt es ein extra Modul. Für einen Alkoholverzicht benötigen Sie in der Regel Verzichtsbelege für 6 oder 12 Monate, die sie der Ärztin oder dem Arzt vorlegen müssen. Die individuellen Voraussetzungen bei Ihnen werden wir später ausführlich besprechen.

Bitte berücksichtigen Sie beim kontrollierten Alkoholkonsum: Bei Zweifel an Ihren Angaben fordern die Ärzte oder Psychologen am Untersuchungstag einen Nachweis Ihres kontrollierten bzw. moderaten Alkoholkonsums. Ihnen würde dann eine Haaranalyse angeboten werden. Sollten Sie doch deutlich mehr getrunken haben, als Sie angegeben haben, würde das anhand der Haaranalyse festgestellt werden. Ein negatives Ergebnis wäre die Konsequenz. Geben Sie beispielsweise an, dass Sie einmal im Monat 2 Bier trinken, aber tatsächlich täglich 2 Bier trinken, kann das anhand der Haaranalyse festgestellt werden.

Weitere wichtige Voraussetzungen (u.a. Verzichtsbelege, Alkoholverzicht oder kontrollierte Alkoholkonsum) für ein positives Ergebnis werden wir später ausführlich diskutieren.

Folie 10

Erfolgsfaktoren: Leistungstests

Die Leistungstests können Sie ebenfalls nur geringfügig beeinflussen. Dennoch sollten Sie einiges beachten:

Gehen Sie ausgeschlafen zur MPU, Müdigkeit kann die allgemeine Leistungsfähigkeit und damit die Leistungsbefunde beeinträchtigen. Bevor Sie mit den Leistungstests beginnen, bitte unbedingt alle offenen Fragen und Unklarheiten mit dem Testleiter klären, da weitere Fragen während der Testung nicht mehr möglich sind. Dem Testleiter nach der Testung unbedingt mitteilen, wenn Sie während des Leistungstests dennoch etwas nicht richtig verstanden haben oder erhebliche Schwierigkeiten hatten. Gegebenenfalls ist dann nämlich bei unzureichenden Leistungsbefunden eine Testwiederholung möglich.

Sollten die Testergebnisse dennoch nicht ausreichend sein, wird Ihnen eine Fahrverhaltensbeobachtung angeboten, um Ihnen die Möglichkeit zu geben, zu zeigen, dass Sie trotz der negativen Leistungsbefunde ausreichend sicher im Straßenverkehr unterwegs sein können.

Allerdings wird Ihnen eine Fahrverhaltensbeobachtung nur angeboten, wenn Sie den psychologischen Teil und den medizinischen Teil bestanden haben und nur Schwächen in den Leistungstest festgestellt wurden. So will man vermeiden, dass Ihnen durch die Fahrverhaltensbeoachtung zusätzliche Kosten entstehen, die nicht notwendig sind.