Vorsicht: Restalkohol nicht unterschätzen!

Der Alkohol vom Vorabend ist am Morgen danach noch lange nicht abgebaut. Das Reaktionsvermögen eines Fahrers wird von Übermüdungen und Kater zusätzlich negativ beeinflusst. Wer sich mit Restalkohol ans Steuer setzt, setzt sein eigenes Leben und das Leben anderer Menschen aufs Spiel und gefährdet seinen Führerschein. Zudem riskiert man eine Anordnung zu einer MPU.

Im Straßenverkehrsrecht gelten die Promillegrenzen grundsätzlich immer gleich egal ob es sich um Restalkohol oder Alkohol, der gerade in der Kneipe getrunken wurde, handelt. Die Gefahr und die möglichen Sanktionen ändern sich nicht. (http://mpu-akademie.teachable.com/blog/122398/prom...)

Alkoholabbau kann nicht beschleunigt werden

Je nach Konstitution, Größe und Gewicht vertragen Menschen Alkohol völlig unterschiedlich. Wundermittel oder Promille-Abbau-Beschleuniger existieren nicht. Ausreichender Schlaf, eine kalte Dusche, ein reichliches Frühstück, Kaffee oder Aspirin helfen nicht dabei, Alkohol schneller abzubauen. Der Körper benötigt Zeit und und baut den Alkohol selber ab. Die durchschnittliche Abbauzeit beträgt ungefähr 0,1 Promille pro Stunde.


Berechnung des Restalkohols bei einem Mann

Trink ein Mann, der etwa 80 Kilogramm wiegt, in dem Zeitraum von 20:00 Uhr bis 01:00 Uhr einen halben Liter Bier und einen Schnaps pro Stunde, so hat er zum Schluss einen durchschnittlichen Blutalkoholwert von rund 1,55 Promille. Um 08:00 Uhr morgens hätte der Mann immer noch 0,8 bis 1,0 Promille im Blut. Würde er mit diesem Alkoholniveau im Blut am Steuer erwischt, bekäme er mindestens einen Monat Fahrverbot, vier Punkte im Fahreignungsregister sowie ein Bußgeld von 500 Euro. Würde der Mann in diesem Zustand einen Unfall bauen, müsste er die Konsequenzen einer höheren Strafe, eines Führerscheinentzugs sowie einer MPU tragen. Mit einem niedrigeren Wert von 0,3 Promille im Blut könnte der Mann erst gegen 14:00 Uhr rechnen.

Berechnung des Restalkohols bei einer Frau

Die Alkoholverträglichkeit bei Frauen ist schlechter und der Alkoholabbau dauert länger als bei Männern. Trink eine Frau, die etwa 55 Kilogramm wiegt, in der Periode von 20:00 Uhr bis 01:00 Uhr drei halbe Gläser Bier und zwei Schnäpse, so wird ihr Alkoholblutwert am Ende durchschnittlich 1,7 Promille betragen. Am nächsten morgen gegen 07:00 Uhr wären noch zwischen 1,1 - 1,2 Promille im Blut dieser Frau vorhanden. Bei einem Promillewert von 1,1 wird eine absolute Fahruntüchtigkeit unwiderlegbar angenommen. In diesem Zustand riskiert diese Frau ihren Führerschein, eine hohe Geldstrafe und eine Anordnung zu einer MPU. Erst gegen 16:00 Uhr würde ihr Promillewert auf 0,3 heruntergehen, so dass sie in der Lage ist sich ans Steuer zu setzen.

Nur Orientierungswerte

Solche Beispielrechnungen bieten nur Orientierungswerte, welche nicht bei jeder Person zutreffen, denn der Körper eines Menschen ist keine Maschine . Der Alkoholkonsum wirkt bei jeder Person unterschiedlich und hängt von vielen Faktoren ab, wie z.B. Konsum beim leeren Magen, Körpergröße, Alter, Geschlecht sowie Häufigkeit des Alkoholkonsums.

Null Promille Regel bleibt unberührt

Die Null-Promille-Grenze gilt nach wie vor für Fahranfänger in der Probezeit und Personen vor Vollendung des 21. Lebensjahres.